Miethaie zu Fischstäbchen!

Warum diese Parole Eigentümern und Mietern schadet

Beleg, kurz und schmerzlos

„Miethaie zu Fischstäbchen“ ist keine Urban Legend, sondern ein wiederkehrender Slogan der Partei Die Linke bei Aktionen, Ständen und Kampagnen. Punkt.

Was das Narrativ übersieht

Die meisten Mietwohnungen in Deutschland kommen nicht von „Miethaien“, sondern von privaten Kleinvermietern. Menschen mit einer oder wenigen Wohnungen, oft als Altersvorsorge. Sie tragen Leerstand, Mietausfall, Instandhaltung, Modernisierung, Rechtsthemen, Finanzierungskosten und die ganze Orga. Das ist Arbeit und Risiko, kein „leistungsloser Gewinn“.

Was plakativer Populismus auslöst

Er schreckt genau die ab, die den Markt in der Breite tragen. Wenn Eigentümer das Gefühl haben, gesellschaftlich unerwünscht zu sein, investieren sie weniger, modernisieren langsamer, verkaufen seltener oder gar nicht. Das Angebot wird knapper. Und knapperes Angebot trifft am Ende Mieter.

Empirie statt Bauchgefühl

Berlin hat es gezeigt: Harte Eingriffe wie der Mietendeckel senkten zwar kurzfristig einige Angebotsmieten, halbierten aber das Inseratsangebot. Wer eine Wohnung suchte, hatte weniger Auswahl. Politisch klang es gut, praktisch wurde es enger. So etwas sollte man nicht wiederholen.

Was wirklich hilft

Mehr bauen, schneller bauen. Planungs- und Genehmigungsverfahren straffen, serielles Bauen ermöglichen, Förderung entbürokratisieren.
Steuern mit Augenmaß. Grunderwerbsteuer so reformieren, dass Transaktionen und Erstkauf erleichtert werden, statt sie abzuwürgen.
Regeln differenziert anwenden. Missbrauch hart sanktionieren, ja. Aber Kleinvermieter nicht mit Konzernen in einen Topf werfen.
Planungssicherheit schaffen. Wer investiert, braucht verlässliche Regeln über Jahre, nicht ständig wechselnde Eingriffe und Parolen.

Klartext aus Sicht von Maklern und privaten Eigentümern

Makler lösen keine Wohnungsnot mit Sprüchen, sondern mit Bewertung, Vermarktung, Käuferauswahl, Finanzierungskompetenz und sauberem Prozess. Wir brauchen Eigentümer, die investieren, nicht Eigentümer, die kapitulieren.
Wer Vermieter pauschal zum Feindbild macht, bekommt weniger Angebot und am Ende höhere Spannungen am Markt. Das Gegenteil von sozial.
Respekt vor Leistung und Risiko. Vermietung ist ein laufendes Projekt, kein Kontoauszug mit Sonnenschein.

Was Immolina tut

Wir sorgen für Transparenz, realistische Preise, verlässliche Käufer und reibungslose Prozesse. Und wir sagen offen, wenn Halten klüger ist als Verkaufen. Ideologie baut keine Wohnung.

Fazit

Parolen bauen nichts. Sie beschädigen Vertrauen und blockieren Investitionen. Wer Mieten stabilisieren will, stärkt Angebot, Geschwindigkeit und Planungssicherheit – und behandelt die, die Wohnraum bereitstellen, nicht wie Raubfische.

Quellen
Die Linke Köln: Aktionswoche „Miethaie zu Fischstäbchen“. (die-linke-koeln.de)
Die Linke Leipzig: Ankündigung „Miethaie zu Fischstäbchen“ mit aufblasbarem Hai. (die-linke-in-leipzig.de)
Die Linke Oldenburg/Ammerland: Aktionsankündigung „Miethaie zu Fischstäbchen“. (Die Linke Oldenburg/Ammerland)
Foto-Nachweis: Wahlkampfstand „Miethaie zu Fischstäbchen“, NRW-Landtagswahl 2017. (Wikipedia)
IW Köln: Private Vermieter in Deutschland stellen rund 64 % des Mietwohnungsbestands. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))
WirtschaftsWoche: 16,1 Mio. Wohnungen von privaten Kleinvermietern. (wiwo.de)
VDIV: Private Kleinvermieter dominieren den Wohnungsmarkt. (vdiv.de)
DIW Wochenbericht: Berliner Mietendeckel halbierte die Zahl der Mietwohnungsinserate. (diw.de)
ifo-Studie zu einem Jahr Mietendeckel Berlin. (ifo Institut)
PwC-Analyse zu Folgen des Mietendeckels. (PwC)
IW Köln: Grunderwerbsteuer – Gutachten zu Wirkungen und Potenzialen einer Senkung. (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))
ifo Dresden: Zur Bedeutung der Grunderwerbsteuer und ihren dämpfenden Effekten. (ifo Institut)
Landtag NRW: Ausarbeitung zu Optionen einer Grunderwerbsteuerreform. (landtag.nrw.de)